Umfrage: Macron setzt sich bei harter TV-Debatte gegen Le Pen durch

Die Rechtspopulistin und Kandidatin der Front National Marine Le Pen und ihr sozialliberaler Gegner Emmanuel Macron

Das Institut Elabe hatte 1314 Zuschauer der zweieinhalbstündigen Debatte befragt. Das von den Sendern France 2 und TF1 übertragene TV-Duell war das einzige direkte Aufeinandertreffen der beiden Finalisten. Während Le Pen einen dicken Stapel Mappen vor sich liegen hatte, in denen sie immer wieder blätterte, bediente sich Macron keiner Hilfsmittel.

Und seither steigt auch der Widerstand gegen die Tochter von Jean-Marie Le Pen an.

Emmanuel Macron ist der Senkrechtstarter der französischen Politik. Desillusionierte französische Wähler bestimmen bei der Stichwahl zwischen dem relativ unerfahrenen Macron und der Rechtsaußen-Nationalistin Le Pen. In der Erklärung ging es allerdings nicht um das Telekommunikationsunternehmen SFR, sondern um den Energiegiganten Alstom.

Paris. Kurz vor der französischen Präsidentschaftswahl sorgt ein Hacker-Angriff auf die Bewegung des Favoriten Emmanuel Macron für Aufregung.

Es war der Moment der Entzauberung der FN-Chefin, der sich vor den Augen eines Millionenpublikums abspielte.

Bei Thema Innere Sicherheit und Kampf gegen den Terrorismus warf Le Pen ihrem Konkurrenten Blauäugigkeit gegenüber den Extremisten und Nachsicht mit Islamisten vor. "Schüler und Lehrer zu spielen, das ist nicht mein Ding", merkte sie trotzig an. "Madame Le Pen spricht für niemanden". Der Konservative hatte ein ein TV-Duell mit Le Pen abgelehnt.

Die französische Kommission zur Kontrolle des Wahlkampfs rief Medien und Bürger auf, die veröffentlichten Dokumente nicht zu verbreiten, um die Wahl nicht zu beeinträchtigen.

Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping warnte am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner" davor, den unabhängigen Kandidaten Macron "zur Lichtgestalt" zu erheben. Ihr Gepolter zielte auf ihre Kernwähler ab, auf jene Wütenden, Frustrierten und Abgehängten, die lieber eine weibliche Version Donald Trumps in den Élysée schicken als einen Sozialliberalen. Das Ergebnis hat Bedeutung für ganz Europa: Ein Sieg der EU-Gegnerin Le Pen würde die Europäische Union schwer erschüttern. "Kandidat des Krieges aller gegen alle", "Lügen", "grosser Unsinn", "Arroganz", sind nur einige Auszüge aus dem hitzigen Wortgefecht. Er will mehr Europa - und eine andere EU.

Macron bezeichnete Le Pens Forderungen als "Augenwischerei", die bei der Terrorbekämpfung wirkungslos seien. Eine Debatte mit Le Pen sei nicht möglich, sagte Chirac. Deshalb müsse man wieder zur nationalen Währung zurückkehren, forderte sie.

Die Rechtspopulistin fackelte nicht lange und nutzte die Frage als Steilvorlage für einen Frontalangriff auf Macron.

Die 48-Jährige will den Euro als gängiges Zahlungsmittel abschaffen und ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft Frankreichs ansetzen. "Frau Le Pen wird nicht gewinnen". Westliche IT-Sicherheitsfirmen vermuten dahinter eine Gruppe mit mutmaßlicher Nähe zu russischen Geheimdiensten, die auch hinter Hackerangriffen auf den Parteivorstand der US-Demokraten und die CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel stecken soll. Doch Macron blieb bis zum Schluss ruhig. Ein Nebeneinander aus einer nationaler Währung und dem ECU würde nach ihrer Ansicht "keine Auswirkungen auf den Alltag der Franzosen" haben, wie sie jüngst sagte.

Allerdings ist diese breite Unterstützung ein zweischneidiges Schwert: Sie erleichtern es Le Pen, den früheren Wirtschaftsminister als Kandidaten des alten Partei-Establishments und der Eliten abzustempeln.

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