Anschläge in London Polizei identifiziert dritten Attentäter

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Butt war der Londoner Sicherheitsbehörde MI5 bereits seit 2015 bekannt. Am Mittag wurde mit einer landesweiten Schweigeminute der Opfer gedacht. Premierministerin Theresa May wird auch vorgeworfen, mit Personalkürzungen bei der Polizei fahrlässig gehandelt zu haben. Sieben Menschen kamen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Sanitäter versammelten sich gemeinsam mit dem Londoner Bürgermeister Sadiq Khan vor ihrer Einsatzzentrale. In dem TV-Film ist zu sehen, wie Butt mit einer Gruppe von Muslimen im Londoner Regent's Park betet.

Auf Halbmast weht die britische Fahne über den Houses of Parliament. US-Präsident Donald Trump allerdings zog es vor, sich in ein Wortgefecht mit dem Londoner Bürgermeister Sadiq Khan zu begeben.

Die Polizei hat den dritten Angreifer identifiziert, der an dem Anschlag am Samstagabend mit mindestens sieben Toten und Dutzenden Verletzten beteiligt war.

Angesichts wachsender Kritik an den Behörden hat Premierministerin Theresa May die Sicherheitskräfte zur Aufarbeitung des Einsatzes aufgerufen. Der Italiener marokkanischer Herkunft habe zuletzt im Osten Londons gelebt; seine Familie sei informiert. Nach einem Bericht des "Corriere della Sera" soll Zaghba im März 2016 am Flughafen von Bologna von der Polizei festgehalten worden sein, als er einen Flug in die Türkei nehmen und weiter nach Syrien reisen wollte. Denn einer der Täter, der aus Pakistan stammende Brite Khuram Shazad Butt, war den Behörden und der Öffentlichkeit als radikaler Islamist und Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

Großbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley erklärte, Butt sei damals überprüft worden. Zuvor hatten die Behörden sieben Frauen und fünf Männer, die ebenfalls im Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen worden waren, wieder freigelassen. Butt wurde in Pakistan geboren und war britischer Staatsbürger.

Butt ging ebenfalls einer regulären Arbeit nach, pikanterweise von Mai bis Oktober 2016 auch für die Londoner U-Bahn.

Aussenminister Boris Johnson zeigte gegenüber der BBC Verständnis für kritische Fragen, "wie diese Person durch unser Netz schlüpfen konnte". Er warnte aber auch vor den Folgen neuer Kürzungen bei der Polizei. Am Dienstag wurde ein 27 Jahre alter Mann im Stadtteil Barking festgenommen.

Der 30-Jährige aus Marokko hatte eine kleine Tochter mit einer 38-jährigen Frau, die nach unterschiedlichen Medienberichten entweder aus Irland oder aus Schottland stammt. Italienischen Geheimdiensten war der Mann mit italienischer und marokkanischer Staatsbürgerschaft offenbar schon länger bekannt. Die Angreifer, die Attrappen von Sprengstoffwesten trugen, wurden von der Polizei erschossen.

Noch immer befinden sich mehr als 30 Verletzte in Krankenhäusern, 15 waren in kritischem Zustand.

- Das Schicksal der Vermissten: Mehrere Menschen, die am Samstagabend in der Nähe des Tatorts gesehen wurden, werden vermisst.

Darum geht es letztlich: Die britischen Muslime müssen helfen, den Extremismus in ihren eigenen Reihen zu drosseln, einzudämmen, herauszufordern. Eine Britin identifizierte zudem ihren Bruder als eines der Todesopfer; dafür gab es zunächst aber keine offizielle Bestätigung.

Auf der Suche nach Unterstützern der Attentäter hat die britische Polizei in der Nacht auf Dienstag eine weitere Wohnung durchsucht. Dort hatte der Attentäter Khuram Butt gewohnt. Geheimdienstmitarbeiter durchsuchten am Dienstag ein Restaurant, das einem Onkel des Attentäters gehört, in der Stadt Jhelam etwa 120 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Islamabad. Darunter sind auch zwei Deutsche, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigt hat.

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