Brüsseler Attentäter wollte mit Nagelbombe Terror verbreiten

Polizei und Rettungskräfte waren innerhalb von Minuten am Brüsseler Zentralbahnhof

Die Molenbeeker Bürgermeisterin Françoise Schepmans bestätigte allerdings, dass der 36-Jährige bereits 2016 wegen eines Drogendelikts aufgefallen war. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand weiß: In dem Koffer befanden sich mehrere Glasflaschen und kiloweise Nägel. Wir berichten im News-Ticker.

Die Explosion hat im Hauptbahnhof und auf den Perrons Panik ausgelöst. Im Bahnhof und an den Gleisen war nach der Explosion Panik ausgebrochen. Das wird auch daran liegen, dass die Polizei kaum eine halbe Stunde nach der Tat schon per Twitter die Bevölkerung mit den Worten "Situation unter Kontrolle" beruhigt.

Der Brüsseler Anschlagsversuch erinnert an frühere Attentate.

Der Attentäter war im Zentralbahnhof in der Innenstadt von Sicherheitskräften getötet worden, als er sich ihnen mit dem Ruf "Allahu akbar" (Gott ist groß) genähert hatte.

Brüssel. Die Militärstreifen - zwei, drei oder vier Soldaten im Kampfanzug und mit Maschinenpistolen vor der Brust - gehören mittlerweile zum Brüsseler Stadtbild. Der Attentäter starb. Sein Körper wurde zunächst aus Angst vor weiteren Sprengfallen liegen gelassen. Auch am Bahnhof von Antwerpen gab es einen Polizeieinsatz, ohne dass zunächst die Zusammenhänge klar wurden. In Großbritannien hatte es zuvor Anschläge in Manchester und London gegeben.

Rund um den Zentralbahnhof ist alles abgesperrt, Polizeiwagen und Ambulanzen sind aufgefahren. Gegen 12.20 Uhr wurde eine Straße in Bahnhofsnähe wieder freigegeben.

Am Donnerstag und Freitag findet in Brüssel der Juni-Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU statt. Wann er nach Belgien kam, wird noch ermittelt. Einzelheiten zu ersten Ergebnissen würden aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht bekanntgegeben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Terroranschlag aus. Der Tatverdächtige, ein 36 Jahre alter Mann mit marokkanischen Wurzeln, wurde von patrouillierenden Soldaten erschossen. Bewaffnet sei der Mann nicht gewesen. Doch sagte Behördensprecher Eric Van der Sijpt: "Es war klar, dass er mehr Schaden anrichten wollte, als er es dann tatsächlich tat". Ein Anschlag sei weiterhin "möglich und wahrscheinlich", sagte Ministerpräsident Charles Michel am Mittwoch nach einer Sitzung des Sicherheitsrats. Er mahnte seine Landsleute, sich nicht einschüchtern zu lassen und ihre Freiheit im Alltag und ihren Lebensstil zu bewahren.

Brüssel ist in erhöhter Alarmbereitschaft, nachdem die Spur der Attentäter von Paris, die im November 2015 130 Menschen töteten, in die belgische Hauptstadt führte. Das teilte die Bahngesellschaft SNCB am Mittwochmorgen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Allerdings hielten zunächst noch keine Züge im Zentralbahnhof. Seine Identität, so betont Innenminister Jan Jambon am Morgen, sei bekannt, werde mit Blick auf laufende Ermittlungen aber noch zurückgehalten.

Die Explosion wird von der Staatsanwaltschaft als Terroranschlag behandelt, wie sie bekannt gab. Belgien bleibt in Alarmbereitschaft - ein vom Terror bedrohtes Land, das es sich nicht leisten kann, zur Normalität von einst zurückzukehren. Was wir zur Explosion in Brüssel wissen und was nicht - lesen Sie hier.

Die Staatsanwaltschaft identifizierte den Mann am Mittwoch als 37-jährigen Marokkaner. Ein anderer Zeuge schilderte, wie ein anderer Mann in Handschellen abgeführt wurde. Viele Menschen seien nach einem Knall am Bahnhof schnell in Restaurants und andere Gebäude gelaufen. Inzwischen sei die Lage aber ruhig.

Zuvor hatte der Verdächtige nach Angaben der Ermittler gegen 20.45 Uhr (MESZ) versucht, seinen Koffer in die Luft zu sprengen. Sie wisse nicht, ob der Mann lebe oder tot sei.

Der geräumte Bahnhof sei durchsucht worden. Auch umliegende Gebäude würden vorsichtshalber geräumt. Brüssels nahegelegene Hauptsehenswürdigkeit, der Große Platz mit dem historischen Rathaus, wurde jedoch nicht geräumt. Der Bahnhof sei dann evakuiert und der Bahnverkehr unterbrochen worden, meldete die belgische Bahn. Die Nachrichtenagentur Belga berichtete, er sei niedergeschossen worden. Wenig später bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass die Ermittler den Vorfall als "terroristischen Angriff" einstufen.

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