Martin Schulz wirft Merkel "Anschlag auf Demokratie" vor

Am Sonntag soll das Wahlprogramm der SPD beschlossen werden. Dabei hat der Ruf nach einer Vermögenssteuer in den Landesverbänden wenig Rückhalt

Von den Delegierten und Anhängern wurde Schulz mit neun Minuten dauernden Applaus und "Martin, Martin"-Sprechchören gefeiert". Er holt, verbal natürlich, die Boxhandschuhe heraus. Das sei ein erfolgreiches Modell 2009 und 2013 gewesen.

Von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei hingegen bislang "kein Piep" dazu gekommen, wohin sie das Land eigentlich steuern wolle.

Wenn das Parteihauptquartier einer Regierungspartei beschließe, die Debatte um die Zukunft des Landes zu verweigern, nehme sie in Kauf, dass die Menschen nicht zur Wahl gingen.

"Dann nennt man das in Berliner Kreisen vielleicht asymmetrische Demobilisierung". Harte Worte von Schulz, wenn auch ruhig vorgetragen. Der Union warf Schulz vor, kein Programm und damit auch keinen "Fahrplan für die Zukunft" zu haben. Die Überschüsse müssten "in die Hand genommen werden", um in Infrastruktur, Bildung und Forschung investieren. Die Bundestagswahl am 24. September bezeichnete Schulz als Richtungsentscheidung. Die SPD werde es der Union nicht durchgehen lassen, dass sie die Rente aus dem Wahlkampf heraushalten wolle. Schröder spricht also ausführlich darüber, wie im Jahr 2005 Medien und Umfrageinstitute die SPD schon abgeschrieben hätten.

Neben Kanzlerkandidat Martin Schulz brachte auch Altkanzler Gerhard Schröder die Genossen in Wahlkampfstimmung. Diese stellten "dubiose Forderungen", so Schröder.

Das klingt einigermaßen abstrakt, doch Schulz gibt sich immerhin Mühe, das ein wenig zu deklinieren. "Beziehen Sie keine konkrete Position", so beschreibt Schulz diese Strategie, möglichst viele Bürger vom Wählen abzuhalten und selbst von der niedrigen Wahlbeteiligung zu profitieren. Es geht um Frauen, die nicht mehr schlechter verdienen dürften als Männer, um die "Leistungsträger" in der Mitte der Gesellschaft, die man mit gebührenfreien Kitas und einer Steuerreform entlasten wolle. Wegen des großen Andrangs begann der Parteitag mit knapp einer Stunde Verspätung. Eine weitere Kommission soll Perspektiven für die Altersvorsorge erarbeiten. Trotz eines fast 1000-seitigen Antragsbuches mit Änderungswünschen beschließen die Delegierten das Wahlprogramm erstaunlich geräuschlos.

Die deutschen Sozialdemokraten sin in Dortmund zu ihrem Programmparteitag zusammengekommen.

Mehr als 5000 Teilnehmer werden zum SPD-Parteitag erwartet, darunter 635 Delegierte. Nicht nur Schröder ermahnt die Genossen zu Disziplin, Geschlossenheit, aber auch Selbstbewusstsein.

Egal, vergangene Größe kann auch die zukünftige sein. Auf dem Parteitag in Dortmund hoffen die Sozialdemokraten nun auf die Kehrtwende. Und an diesem Abend sei es wieder eine Kampfbahn, "für die Roten in Deutschland".

Drei Monate vor der Wahl hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz seine Kontrahentin Angela Merkel so heftig wie noch nie attackiert und seine Partei auf eine Aufholjagd eingeschworen.

Schröder: "Nichts ist entschieden!"

. "Auf in den Kampf", ruft der Altkanzler am Ende. "Venceremos", also: "Wir werden siegen".

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