US-Pazifikinsel Guam als Ziel genannt

Musudan-Rakete

Berlin. Weißer, feinkörniger Sandstrand, türkisfarbenes Wasser, eine leichte Brise, die durch die Palmen fächelt, dazu kristallklare Tauchreviere mit Schiffswracks: Guam, eine Insel im Westpazifik, gilt als Paradies für Touristen.

Damit könnte es bald vorbei sein.

Nordkorea drohte gleichwohl, Mittelstreckenraketen in Richtung auf Guam abzufeuern. Doch seit dem Zweiten Weltkrieg spielte Guam im Weltgeschehen eigentlich kaum mehr eine Rolle. Nordkorea reagierte damit auf eine Provokation von US-Präsident Donald Trump. Nordkorea sollte sich zusammenreißen, sonst würde es Probleme bekommen, wie sie nur wenige Länder erlebt hätten. Dass Kim Jong Un ausgerechnet die Insel im westpazifischen Ozean im Visier habe, sei für die Einwohner keine Überraschung. Es wäre eine weitere Stufe auf der Eskalationstreppe.

Seine weltweit beachteten "Feuer und Wut"-Äußerungen hat Trump nach Informationen der "New York Times" nicht vorher mit seinem Stab oder Alliierten abgesprochen, sondern improvisiert". "Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich, nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen", hieß es in einer Stellungnahme der Streitkräfte, aus der KCNA am Donnerstagmorgen zitierte. Trump hatte zuvor seine bislang schärfste Warnung an die Staatsführung in Pjöngjang gerichtet. Mit den militärischen Handlungen, die Nordkorea bald unternehmen würde, sollten den Schritten der USA in der Region begegnet werden. "Wir stehen 1000-prozentig zu euch, ihr seid sicher", sagte Trump. Der UN-Sicherheitsrat hatte erst am Samstag die Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verschärft, um Pjöngjang zum Einlenken zu bewegen. Die USA und Japan begannen am Donnerstag ein auf 18 Tage angelegtes Militärmanöver auf der nordjapanischen Insel Hokkaido, zu dem auch Raketenübungen gehören.

"Nordkorea hat doch eine lange Geschichte des Säbelrasselns", schreibt Eric Tydingco, der schon sein ganzes Leben auf Guam wohnt und Direktor der dortigen Make-A-Wish-Stiftung ist, der HuffPost. Etwa ein Drittel der Landfläche wird vom US-Militär kontrolliert - Tendenz steigend. Insgesamt sollen etwa 6000 amerikanische Soldaten auf Guam stationiert sein. Die Marine verlegte mehrere atomgetriebene U-Boote nach Guam. Stationiert sind außerdem Kampfbomber des Typs B-52.

Auch historisch kommt der Pazifikinsel eine große Bedeutung zu. Ein in Tokio veröffentlichtes Weißbuch des japanischen Verteidigungsministeriums kommt zu dem gleichen Schluss. Bis zum nächsten US-Territorium Hawaii sind es rund 6.000 Kilometer.

Doch nicht nur Nordkorea, auch China sieht sich als ein Ziel der Aufrüstung auf Guam und beobachtet die Entwicklung misstrauisch. Die chinesische Marine hat ihre Aktivitäten in den Gewässern verstärkt. So heißt es auf der Webseite Wikitravel: "Es wird davon abgeraten, Guam zu bereisen". 2013 wurde nach harschen Worten des kommunistischen Regimes das Raketenabwehrsystem THAAD vorübergehend installiert. Seit 2015 ist das System ein permanenter Bestandteil des Luftwaffenstützpunkts auf Guam. Der Pentagonchef dagegen warnte Nordkorea vor der "Vernichtung" des eigenen Volkes.

60 Prozent des jährlichen Einkommens von Guam macht dieser aus. Bereits im Koreakrieg von 1950 bis 1953 diente die Insel der US-Luftwaffe als Nachschub-Basis. "Ein Angriff oder eine Drohung gegenüber Guam ist eine Drohung oder ein Angriff auf die Vereinigten Staaten". "Ich glaube, Guam ist nur ein Angriffsziel, weil die US-Armee hier ist". Bis 1944 blieb sie in der Gewalt der Kaiserlichen Streitkräfte. An diese harte Besatzungszeit kann sich die ältere Bevölkerung durchaus noch gut erinnern. Vielmehr seien sie "ein wichtiges militärisches Mittel, um entschlossen den politischen und wirtschaftlichen Druck der USA sowie ihre militärischen Drohungen zu kontern".

US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea im Fall eines Angriffs auf die Pazifikinsel Guam mit ernsten Konsequenzen gedroht.

Pjöngjang treibt trotz internationaler Sanktionen seit Jahren sein Raketen- und Atomwaffenprogramm voran. Die Insel sei aber auf alles vorbereitet. Er werde eine Koordinierungsgruppe einberufen, um über die Einsatzbereitschaft von Militär und Rettungskräften zu sprechen, betonte Calvo. Amerika werde in jedem Falle verteidigt. "Wir sind nicht nur eine Militäranlage".

Ähnliche Neuigkeiten:

Heiße Neuigkeiten

isis-killer-beheading-video-story-top Trump droht Nordkorea unverhohlen mit Militäreinsatz
Aug 12, 2017 - 17:29
Die USA haben sich nach Angaben von Präsident Donald Trump für einen etwaigen militärischen Konflikt mit Nordkorea aufgestellt. Trump erklärte danach, Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" sein, wenn es an einen Angriff auf die USA auch nur denke.

DFB-Pokal: Gladbach und Leverkusen verhindern Blamagen
Aug 12, 2017 - 13:49
Im Zweitliga-Duell zwischen Holstein Kiel und Eintracht Braunschweig setzten sich die Gastgeber 2:1 (0:0) durch. Der Bundesligist besiegte den viertklassigen Regionalligisten Rot-Weiss Essen erst in der Schlussphase 2:1.

isis-killer-beheading-video-story-top Verkehrsminister lässt Ford Mondeo überprüfen
Aug 12, 2017 - 10:34
August 2017, über den Verdacht informiert, dass es Daten gebe, die Rückschlüsse auf illegale Abschalteinrichtungen zuließen. Zwar konnte damals kein Betrug festgestellt werden, dafür aber Grenzwertüberschreitungen um das Sieben- bis Neunfache.