Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" sein

Nordkorea testet immer wieder neue Raketen

Washington/Pjöngjang. Der Streit zwischen Nordkorea und den USA hat eine neue Stufe erreicht: US-Präsident Donald Trump hat Nordkoreas Angriffswarnung mit einer neuen Drohung gekontert. Möglicherweise sei sie sogar nicht scharf genug gewesen, sagte er. Die USA sollten ihre "rücksichtslosen militärischen Provokationen" unterlassen, sodass man nicht "gezwungen" sei, eine "unvermeidliche militärische Entscheidung" zu treffen, sagte ein Armeesprecher laut KCNA. Freilich gibt es mit Blick auf Nordkorea ebenso wie in vielen anderen politischen Fragen ein wahres Stimmengewirr. Er wisse das Militär zu 100 Prozent hinter sich. Gleichzeitig betonte er, die USA seien weiterhin offen für Verhandlungen. Er zweifelte an, dass die jüngst ausgesprochenen UNO-Sanktionen den erwünschten Effekt haben würden. Trump rief China erneut dazu auf, Nordkorea zum Ende seines Atomprogramms zu drängen. "Sie werden mit Feuer und Zorn getroffen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat". Die Raketen würden 30 bis 40 Kilometer vor Guam im Meer niedergehen. "Es ist möglich, dass Nordkorea bereits die Verkleinerung von Nuklearwaffen gelungen ist und dass das Land atomare Sprengköpfe erlangt hat", heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Weißbuch des Verteidigungsministeriums in Tokio. Auf der von 160.000 Menschen bewohnten US-Pazifikinsel befindet sich ein strategisch wichtiger Stützpunkt des amerikanischen Militärs. Der Plan werde Staatschef Kim Jong Un vorgelegt, der dann über das weitere Vorgehen entscheide. Der nördliche Nachbar werde die "harte und resolute Vergeltung der Alliierten" zu spüren bekommen, sagte der Generalstabschef der südkoreanischen Streitkräfte, Roh Jae Cheon. In einem Kommentar hieß es, ohne eine "Rückkehr zur Vernunft" werde "alles noch schlimmer". Und selbst wenn die Vereinigten Staaten Nordkorea große Schäden zufügen und dessen Atomprogramm lahmlegen - "Nordkorea wäre wahrscheinlich noch immer fähig, Südkorea und Japan mit konventionellen Waffen anzugreifen". Nordkorea sollte sein Atom- und Raketenprogramm einstellen, die USA und Südkorea ihre Militärmanöver aussetzen, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Gouverneur Eddie Baza Calvo schloss in einer Videobotschaft eine akute Bedrohung aus. Das US-Außengebiet sei "auf alle Eventualitäten vorbereitet", sagte Calvo in einer Fernsehansprache.

Allerdings sei Trumps Ansatz gefährlich, warnt die frühere Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Susan Rice, in einem Gastbeitrag in der New York Times. Eine militärische Eskalation halten viele internationale Medien aber eher für unwahrscheinlich.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann warb deshalb am Donnerstag für eine Vermittlung der EU in der Krise zwischen Nordkorea und den USA. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10'000 Kilometern.

Ähnliche Neuigkeiten:

Heiße Neuigkeiten

isis-killer-beheading-video-story-top Mayer mit Staffel im Finale
Aug 12, 2017 - 21:36
Eine deutsche Männer-Staffel über die vier Stadionrunden hat sich nicht für die WM qualifizieren können. Hingegen dürfen die DLV-Sprinterinnen um Gina Lückenkemper um die Medaillen mitrennen.

isis-killer-beheading-video-story-top Merkel weist Trumps Scharfmacherei zu Nordkorea zurück
Aug 12, 2017 - 18:16
Seine Drohung vom Dienstag, wonach die USA mit "fire and fury" zuschlagen würden, sei offenbar nicht hart genug gewesen. Zudem ist auf Guam das Raketenabwehrsystem Thaad installiert, das die USA vor kurzem auch in Südkorea aufgebaut haben.

isis-killer-beheading-video-story-top Trump: Nordkorea würde Angriff auf Guam bereuen
Aug 12, 2017 - 17:32
Nordkorea sollte " sehr, sehr nervös " sein, wenn es auch nur an einen Angriff auf die USA denke, hieß es aus dem Weißen Haus. Möglicherweise hat sie sich auf Deutschland bezogen. "Eskalation der Sprache halte ich für die falsche Antwort".