Kritik an "Auschwitz on the beach"

Der Schriftzug

Die geplante Performance "Auschwitz on the Beach" auf der documenta sorgt bereits im Vorfeld ihrer Aufführung für heftige Empörung. Dieses soll nun in Kassel vorgetragen werden. Allerdings habe man entschieden, die Performance abzusagen, um jenen, die sich angegriffen gefühlt hätten, keinen Schmerz hinzuzufügen.

Als Grund nannte Paul Preciado, documenta-Kurator für öffentliche Programme, zahlreiche Beschwerden und Beleidigungen, die zur ursprünglich geplanten Performance eingegangen seien.

Documenta-Leiter Adam Szymczyk widersprach dem Vorwurf, die Veranstaltung hätte den Holocaust relativieren wollen.

Nach Kritik von jüdischen Verbänden war zuletzt auch vonseiten der beiden Gesellschafter der Documenta, der Stadt Kassel und dem Land Hessen, deutliche Kritik laut geworden.

Es gehe nicht vorrangig um die Politik der Erinnerung, mit der sich Deutschland seit langem auseinandersetze. Vielmehr gehe es darum, was hier und jetzt in und vor den Toren Europas stattfinde, sagte er mit Blick auf das Sterben von Flüchtlingen auf der Flucht nach Europa. Hessens Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein hatte die Absage der Performance empfohlen, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle sprach von einer "ungeheuerlichen Provokation".

Auch die jüdische Gemeinde hatte sich entsetzt gezeigt und die politisch Verantwortlichen dazu aufgefordert, sich in dieser Angelegenheit zu positionieren.

Darin bezichtigt der italienische Autor und Radiogründer Franco Bifo Berardi die Europäer, "Konzentrationslager" auf ihren eigenen Territorien einzurichten und "Gauleiter" in der Türkei, Libyen und Ägypten dafür zu bezahlen, die "Drecksarbeit" entlang ihrer Küsten zu erledigen. Mit der plakativen Verwendung der Begriffe "Auschwitz" und "Zyklon B" im Ankündigungstext würden die Verbrechen der Schoah relativiert. "Das Salzwasser hat mittlerweile Zyklon B ersetzt", heißt es unter anderem.

Die geplante einstündige Performance "Auschwitz on the Beach" ist eine Aktion, die auf einem Gedicht Franco Bifo Berardis basiert und mit einem Soundtrack von Fabio Stefano Berardi und einer Bildinstallation von Dim Sampaio versehen ist.

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