Glyphosat für weitere fünf Jahre zugelassen

Unkrautvernichter Ein Traktor bringt Glyphosat auf einem Feld bei Göttingen aus

18 Mitgliedstaaten hätten für den Vorschlag der Kommission für eine Verlängerung um fünf Jahre gestimmt, neun dagegen, ein Land habe sich enthalten. Nach mehrfachen Enthaltungen votierte Deutschland am Montag für eine weitere Nutzung des umstrittenen Mittels. "Mit unserer heutigen Zustimmung zur weiteren Zulassung von Glyphosat für fünf Jahre konnten wir wichtige Bedingungen durchsetzen", sagte Agrarminister Christian Schmidt (CSU) der "Rheinischen Post" (Dienstag). Deutschland stimmte nach Angaben aus EU-Kreisen anders als bislang für die Zulassungsverlängerung. Bei einer Abstimmung vor gut zwei Wochen hatte sich die Bundesregierung noch enthalten.

Die Verlängerung ist nicht nur bedeutend für Landwirtschaft und Verbraucher, sondern auch für den deutschen Chemieriesen Bayer, der den Glyphosat-Erfinder Monsanto übernehmen will. Glyphosat ist ein sehr wirksames Unkrautgift und wird weltweit in großen Mengen in der Landwirtschaft eingesetzt. Wissenschaftliche Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen, ob Glyphosat krebserregend sein könnte oder nicht. Die aktuelle Zulassung für Glyphosat läuft am 15. Dezember aus. Sie habe Schmidt "telefonisch eindeutig erklärt, dass ich mit einer Verlängerung der Zulassung von Glyphosat weiterhin nicht einverstanden bin, auch nicht unter bestimmten Konditionen". Dennoch sei offenbar gleichzeitig an den Vertreter des Landwirtschaftsministeriums in Brüssel "eine andere Weisung ergangen als sie zwischen uns abgestimmt war". Knapp 40 Minuten später habe Schmidt per SMS bestätigt, dass der Dissens zwischen beiden Ministerien bestehen bleibe. Im Aussschuss stimmte der Vertreter des Landwirtschaftsministeriums dann aber gegen diese Abmachung.

Das Landwirtschaftsressort unter Schmidt hatte zuvor in einem Brief an die EU-Kommission Zustimmung zur Verlängerung der Glyphosat-Lizenz signalisiert. Er nannte etwa eine "Stärkung der Rolle von Biodiversität und Tierschutz". National werde man zusätzliche Maßnahmen im Sinne restriktiverer Anwendungen ergreifen, versprach Schmidt.

Ähnliche Neuigkeiten:

Heiße Neuigkeiten

isis-killer-beheading-video-story-top Ausruhen an Haltestelle soll 83-Jährigen 35 Euro kosten
Nov 27, 2017 - 17:10
Das "Benutzen der Anlagen als Ruhe-, Spiel- oder Lagerplatz" ist ausdrücklich verboten, heißt es etwa in der Vorschrift. November - an jenem Tag sprach ihn jedoch der Ordnungs- und Servicedienst der Stadt an und verteilte ein Knöllchen.

Pokémon Go führt zu einem Anstieg von Autounfällen
Nov 27, 2017 - 17:09
Insgesamt sollen 47 Prozent der zusätzlichen Unfälle im Untersuchungszeitraum auf die Kappe des Augmented-Reality-Spiels gehen. Damit beläuft sich der daraus entstandene Wirtschaftsschaden ersten Schätzungen zufolge auf 5,2 bis 25,5 Millionen US-Dollar.

isis-killer-beheading-video-story-top Multiresistenter Keim: DM ruft "Naturschön" Peelingsmaske zurück
Nov 27, 2017 - 15:33
Betroffen vom Rückruf sind ausschließlich die Peelingmasken mit den Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) 09/2019 und 10/2019. Das Bakterium Pseudomonas aeruginosa gehört zu den in Deutschland am häufigsten auftretenden Krankenhauskeimen.