Kartellamt legt Tickethändler Eventim die Zügel an

Mann steht mit Eintrittskarte vor Konzertbühne

Unternehmen in einer solchen Marktposition würden kartellrechtlich besonderen Pflichten unterliegen. Nach dem Verbot einer Übernahme der Konzertagentur Four Artists untersagte die Behörde dem Unternehmen nun Exklusiv-Vereinbarungen mit Vorverkaufsstellen und Veranstaltern von Live-Konzerten und Festivals, wie das Bundeskartellamt am Montag mitteilte. Denn soweit Eventim seine Vertragspartner verpflichte, Tickets ausschließlich über das eigene Ticketsystem zu vermitteln, nutze das Unternehmen seine Marktmacht zulasten des Wettbewerbs aus, so der Präsident des Bundeskartellamts. Wenn CTS Eventim seine Vertragspartner verpflichte, Tickets ausschließlich über das Ticketsystem von CTS zu vermitteln, nutze das Unternehmen seine Marktmacht zulasten des Wettbewerbs aus.

Das Bundeskartellamt verbietet Exklusivvereinbarungen zwischen dem Ticketvermarkter CTS Eventim und Konzertveranstaltern. Deshalb werde dem Unternehmen nun aufgegeben, die Verträge innerhalb von vier Monaten anzupassen.

In einer Stellungnahme teilte Eventim mit, dass das Bundeskartellamt "den lebhaften Wettbewerb" verkenne. Der Ticketvermarkter müsse davon ausgehen, "dass das Kartellamt mit einer vorgefassten Überzeugung in dieses Verfahren gegangen ist". Sie hätten sich "nicht ausreichend mit unseren starken Gegenargumenten auseinandergesetzt". CTS Eventim kündigte daher an, die Entscheidung nicht akzeptieren und bei den zuständigen Gerichten auf "eine Korrektur des Beschlusses" hinwirken zu wollen.

Hanns-Wolfgang Trippe, Strategieberater im Segment Ticketing, machte darauf aufmerksam, dass Exklusivvereinbarungen andernorts längst normal sind: In den USA seien es Anbieter wie Ticketmaster, AXS, Ticketfly und See Tickets, die über eine Vormachtstellung verfügten und so den Markteintritt potenzieller Wettbewerber effektiv verhinderten. Denn als großes Unternehmen hat CTS Eventim finanzielle Mittel zur Verfügung, die kleinere Anbieter nicht haben. CTS will gegen diese Entscheidung klagen.

Andreas Mundt sieht durch die Entscheidung "bedeutende Ticketkontingente für den Vertrieb durch konkurrierende Ticketsysteme geöffnet".

Im November hatte das Bundeskartellamt CTS den Kauf der Konzertagentur Four Artists untersagt. Konzertbesucher bekommen vielleicht bald günstigere Tickets.

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