Kohl soll sich anonyme Spender nur ausgedacht haben

Langzeit-Kanzler Helmut Kohl Spekulation über Parteienfinanzierung durch schwarze Kassen ARD und Spiegel zerpflücken das Bild von anonymen Großspendern

In einer SWR/ARD-Dokumentation von Stephan Lamby behauptete Schäuble: "Es gibt keine anonymen Spender". Denn unter Helmut Kohl etablierte die CDU über fast drei Jahrzehnte hinweg ein weit verzweigtes Netz aus schwarzen Kassen, das in seiner Offenlegung durch Film und Artikel wie ein hoch mafiöses Konstrukt wirkt.

Bereits vor zwei Jahren hatte Wolfgang Schäuble, der heutige Bundestagspräsident und frühere Kohl-Vertraute, im SWR mit einer Behauptung zu Kohls Spendenaffäre für Aufsehen gesorgt.

Helmut Kohl hat nach Medienberichten in der CDU-Spendenaffäre mit seinem Ehrenwort, die Namen anonymer Spender nicht zu nennen, möglicherweise von einem System schwarzer Kassen abgelenkt.

Allem Anschein nach hat Helmut Kohl die anonymen Spender nur erfunden, um ein System zu tarnen.

Auslöser des CDU-Spendenskandals war Ende 1999 ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep. Sie haben zu den schwarzen Kassen recherchiert, welche die CDU seit den siebziger Jahren und zu Zeiten des Bundeskanzlers und CDU-Parteivorsitzenden Kohl unterhielt.

An diesen Kassen war unter anderem einer der mächtigsten Industriellen jener Zeit involviert: Flick-Geschäftsführer Eberhard von Brauchitsch.

Von Brauchitsch und Biedenkopf hatten der als Hoffnungsträger der Konservativen galt, laut des Dokumentarfilms ein System geheimer Kassen aufgebaut, aus dem Kohl vorwiegend seinen Wahlkampf finanziert haben soll. Von 1969 bis 1980 soll die Vereinigung rund 227 Millionen DM eingenommen haben - circa 198 Millionen DM seien von dort aus auf Festgeldkonten in der Schweiz gegangen. Er war von 1979 bis 1989 Hauptabteilungsleiter Organisation der CDU und dem damaligen CDU-Generalsekretär Heiner Geißler unterstellt. May kennt die Abläufe wie kein anderer.

Einer der Gründe: Als 1987 den Christdemokraten herbe Stimmenverluste bei der Bundestagswahl drohten, soll der CDU-Chef Claqueure engagiert haben, um anschließend mit 60.000 Teilnehmern auf einer Wahlkampfveranstaltung in der Dortmunder Westfalenhalle zu feiern. Die Dokumentation lässt als Beleg dafür das Protokoll eines Telefonats des ehemaligen Spiegel-Redakteurs Hartmut Palmer mit dem Schatzmeisterei-Mitarbeiter Uwe Lüthje vortragen. Er bewahrte Kohl 1999 durch eine Falschaussage vor der Verurteilung wegen falscher uneidlicher Aussagen vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags.

Der Altkanzler war damals über die Aussage nicht amüsiert. Der SPIEGEL berichtet über das Thema ausführlich in seiner aktuellen Ausgabe. Danach wird hoffentlich kein Platz, keine Straße, keine Schule mehr auf Helmut Kohl getauft! Kohl weigerte sich, die Namen der Spender zu nennen. "Der Einzige, der die Chance hatte, das in Ordnung zu bringen, war Helmut Kohl nachdem er Kanzler wurde. An der Stelle hat er gepasst, hat er schlicht versagt", so der Flick-Geschäftsführer kurz vor seinem Tod in einem TV-Interview.

Ähnliche Neuigkeiten:

Heiße Neuigkeiten

isis-killer-beheading-video-story-top Darum verließ Super-Scout Mislintat den BVB wirklich
De 05, 2017 - 04:32
Ich finde es wahnsinnig mutig, was Hans-Joachim Watzke auf der Mitglieder- und der Aktionärsversammlung gesagt hat", so Mislintat. Neben vielen erfolgreichen Deals nennt Mislintat jetzt im " Kicker " einen geplatzten Transfer, der ihn noch immer ärgert.

isis-killer-beheading-video-story-top Venezuela will Inflation und Banken mit Kryptowährung trotzen
De 04, 2017 - 23:06
Denn das hoch verschuldete Venezuela hat die Einführung einer eigenen Kryptowährung angekündigt. Das südamerikanische Land durchlebt momentan eine Staatskrise.

isis-killer-beheading-video-story-top Bushido sagt seine Tour ab
De 04, 2017 - 22:04
Alle bisher gekauften Konzertkarten behalten ihren Wert. "Alle neuen Tickets sind ab sofort wieder erhältlich". Die "v2.010"-Tour wurde damals von Mitte November auf Frühjahr des darauffolgenden Jahres verschoben".