Polizei rät nach Erpresserfall zur Vorsicht bei Paketannahme

Der Weihnachtsmarkt in der Brandenburger Straße wurde am Freitag teilweise geräumt

Polizisten suchten in den folgenden Stunden mit Spürhunden nach weiteren gefährlichen Gegenständen, gaben aber schließlich Entwarnung.

Die Bombenattrappe am Potsdamer Weihnachtsmarkt diente nach Erkenntnissen der Ermittler einer Erpressung des Paketzulieferers DHL. Dies sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Sonntag. Ermittelt werde wegen versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und versuchter schwerer räuberischer Erpressung, sagte der Leitende Potsdamer Oberstaatsanwalt Heinrich Junker.

Am Freitag war ein verdächtiges Paket bei einem Apotheker abgegeben worden, der direkt am Potsdamer Weihnachtsmarkt sein Geschäft hat. Demnach gab es beim Öffnen ein zischendes Geräusch. Allerdings sprechen die Ermittler auch von einer "gewissen Irrationalität" des Täters. Der Potsdamer Sendung habe eine Nachricht beigelegen. "Wir versuchen natürlich, unsere Mitarbeiter zu schützen und diese zu sensibilisieren", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

"Weitere solcher Sendungen sind nach jetzigem Ermittlungsstand wahrscheinlich", warnte der brandenburgische Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Daraufhin sei das Paket sofort aus der Apotheke getragen worden und man habe die Polizei informiert. Auch handgeschriebene und schlecht leserliche Adressen oder Adressen, die nicht am üblichen Platz stehen, könnten auf eine gefährliche Sendung hindeuten. Ebenso auffällige Rechtschreibfehler, Flecken oder Verfärbungen an dem Paket. "Bei Sendungen unbekannter Herkunft sollte man vorsichtig sein". Die Polizei schaltete ein Hinweistelefon unter der Nummer 0331-505950 frei. Bereits Anfang November ging eine ähnliche Bombe bei einem Online-Versandhändler in Frankfurt (Oder) in Flammen auf. Dadurch verbrannte das Erpresserschreiben. In der Potsdamer Sendung sei aber auf die erste Tat Bezug genommen worden.

Das etwa 30 auf 50 cm große Paket enthielt einen metallischen Zylinder, die Rede ist von einer Art Dose, in dem Nägel, Kabel, Batterien und ein starker Knallkörper enthalten waren.

Es werde weiter in alle Richtungen ermittelt, teilte die Polizei mit. In der Gruppe arbeiten rund 50 Kriminalisten. Zuerst hatte es dagegen geheißen, das Paket habe vermutlich über keinen Zünder verfügt.

Der DHL-Mutterkonzern Deutsche Post empfahl Kunden, nur Pakete von Absendern anzunehmen, die bekannt seien oder bei denen man Bestellungen aufgegeben habe. Am Spitzentag im Weihnachtsgeschäft waren es 8,4 Millionen Pakete.

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