Verhältnis zwischen Deutschtürken und Deutschen am Tiefpunkt - NDR-Umfrage

Menschen beim türkischen Konsulat in Berlin Deutschland

Auch, weil sie den türkischen Präsidenten Erdogan ungerecht behandelt sehen.

Die politischen Streitigkeiten zwischen Berlin und Ankara haben nach Ansicht vieler Deutschtürken auch ihr Verhältnis zu ihren deutschen Mitbürgern beeinträchtigt.

Der Umgang zwischen Deutschen und in Deutschland lebenden Türkischstämmigen hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert.

Gefragt nach den Gründen, nennen aber nur die wenigsten schlechte persönliche Erfahrungen. Die Regierungsstreitigkeiten seien schuld, erklärten 59 Prozent. Auch die Medienberichterstattung spiele eine große Rolle, sagten 53 Prozent.

Das Meinungsforschungsinstitut Data 4U hatte im Auftrag von "Panorama - die Reporter" (NDR Fernsehen) mehr als 2800 Türkeistämmige befragt.

Laut der Umfrage halten nur zwölf Prozent der Befragten die deutsche Kritik am türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seiner Partei für gerechtfertigt. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen den Angehörigen der ersten, zweiten oder dritten Generation.

Zugleich ist die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland in der Haltung zu Erdogan selbst gespalten: Während sich laut Umfrage 27 Prozent der Deutsch-Türken kritisch zu Erdogans aktueller Politik äußern, stimmen 29 Prozent seinem Kurs seit dem Putschversuch 2016 zu. Mangele es an Integration und Anerkennung, wachse die Zustimmung zu Erdogan - und umgekehrt, lautet das Fazit der Studie. "Data 4U" nannte als wichtigsten Unterschied den Bildungsgrad. Die formal höher Gebildeten seien besser integriert und stünden Erdogan kritischer gegenüber. "Bei den weniger gut Ausgebildeten steigt die Sympathie und Zustimmung für die Politik Erdogans sprunghaft an", fügte Schulte hinzu. Mit der Volksabstimmung hatte sich Erdogan einen Ausbau seiner Machtbefugnisse gesichert.

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