VW-Manager in den USA zu langer Haftstrafe verurteilt

Rückkauf von VW-Fahrzeugen in USA

"Die letzten elf Monate hinter Gittern in den Vereinigten Staaten waren die schwierigste Zeit in meinem Leben", klagte der langjährige VW-Manager in einem Brief, den er vor wenigen Tagen an Richter Cox geschickt hat. Der Volkswagen-Manager wurde damit zum öffentlichen Gesicht des Abgasskandals, der den deutschen Autohersteller Volkswagen vor mehr als zwei Jahren erschütterte und dessen Aufarbeitung ihn bis heute beschäftigt. Er könne sich nicht vorstellen, noch sechs Jahre in Haft zu leben, sagte Schmidt.

Der VW-Konzern hat sich in den USA mit milliardenteuren Vergleichen weitgehend von weiteren „Dieselgate“-Ermittlungen freigekauft, doch nun müssen einzelne Mitarbeiter dran glauben. "Auf der Toilette des Flughafens von Miami von acht Beamten verhaftet und in Handschellen zu meiner Frau geführt zu werden", beschreibt Schmidt als eines seiner bis dahin "erniedrigendsten Erlebnisse".

Sein Fehler sei vor allem gewesen, die Befehle von oben befolgt zu haben: "Ich hätte diese Anweisungen ignorieren sollen". Der 48-jährige Deutsche hatte seine Mittäterschaft beim "Dieselgate"-Skandal zunächst abgestritten, im August bekannte er sich jedoch schuldig und ging einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein". Er war für die Kommunikation zwischen dem Autobauer und den US-Behörden zuständig. Doch Cox lehnte den Antrag trotz 1,6 Millionen Dollar an finanziellen Sicherheiten und Empfehlungsbriefen von Freunden und Familie ab. Zudem muss der Manager, der laut Anklage von Februar 2012 bis März 2015 in leitender Funktion für Umweltfragen in den USA zuständig war, Geldstrafen in einer Höhe von 400 000 Dollar zahlen. VW gab daraufhin zu, Abgaswerte mit einer illegalen Abschalteinrichtung manipuliert zu haben. Auf eine milde Strafe konnte Schmidt da kaum hoffen. Und das, obwohl er als Kronzeuge mit der Justiz zusammengearbeitet hatte. 2008 war Liang in die USA gezogen, um dort die angeblich sauberen Dieselfahrzeuge zu vermarkten.

Schmidt ist der zweite Volkswagen-Mitarbeiter, der wegen seiner Rolle im Abgas-Skandal zu einer harten Strafe verurteilt worden ist. Die Wolfsburger haben ein Geständnis abgegeben und damit kriminelle Vergehen eingeräumt.

Die Suche nach den verantwortlichen Managern geht auch nach der Verurteilung Schmidts weiter. Der Autohersteller hat sich die Vergleiche mit amerikanischen Behörden sowie mit Verbrauchern, Autohändlern und anderen Gruppen bislang rund 25 Milliarden Euro kosten lassen.

Die meisten Beschuldigten dürften für die Ermittler jedoch schwer zu fassen sein.

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