Umweltministerin Hendricks will Glyphosat-Anwendung eindämmen

Das Unkrautgift Glyphosat wird für weitere fünf Jahre erlaubt. Auf die Meldung aus Straßburg folgte die Debatte im Bundestag

Der Bundestag debattiert noch im Tagesverlauf über den künftigen Umgang mit Glyphosat.

Im "ARD-Morgenmagazin" sagte die SPD-Politikerin Barbara Hendricks über den Einsatz von Glyphosat: "Auf jeden Fall werden wir das soweit als eben möglich beschränken". Im Bundestag lieferten sich die Parteien am Nachmittag eine hitzige Debatte über den Einsatz des Mittels, das von vielen Experten als gesundheitsgefährdend eingestuft wird. Ein Laissez-faire bei der Zulassung sei ebenso wenig geboten wie ein Verbotsrigorismus, heißt es im FDP Antrag.

Nach dem Glyphosat-Streit zwischen Umweltministerin Hendricks und Agrarminister Schmidt droht nun neuer Zoff zwischen den beiden geschäftsführenden Bundesministern, die in einigen Teilbereichen eben unterschiedliche Ansichten vertreten. Dieses mal handelt es sich um die Neonicotinoide, die zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden, jedoch auch für das Bienensterben verantwortlich zeichnen sollen. Hendricks will Verbote, Schmidt lehnt das bislang ab. Die weitere Zulassung in Deutschland durch das Landwirtschaftsministerium müsse im Einvernehmen mit dem Umweltministerium geschehen. Anträge von SPD, Grünen und Linkspartei für einen Glyphosat-Ausstieg sowie ein weiterer FDP-Antrag wurden zur Beratung in den Hauptausschuss des Bundestags überwiesen. Während neben der SPD auch die Grünen und die Linke einen vollständigen Ausstieg zum Ziel haben, warnt die FDP vor einem Verbot ohne das Vorliegen tragfähiger Alternativen. Deshalb fordert sie ein Aus für den Einsatz des Pestizids in der Landwirtschaft.

Auch die SPD und die Linke fordern ein Verbot des umstrittenen Mittels. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach beklagte, es sei "bestürzend", dass Schmidt beim Glyphosat über die Köpfe aller anderen hinweg entschieden habe. Der CDU-Politiker Hermann Färber warnte vor Panik wegen möglicher Gesundheitsgefahren: "Glyphosat ist das am besten untersuchte Pflanzenschutzmittel weltweit".

Allerdings sieht ihr christsozialer Ministerkollege dies anders. Das Mittel gefährde die Artenvielfalt, sagte Hendricks zur Begründung. Zudem soll die Bundesregierung die Voraussetzungen schaffen, um "schnellstmöglich endgültig aus der Anwendung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel auszusteigen".

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