Über 200 Verhaftungen nach weiteren Protesten in Tunesien

Zahlreiche Verletzte und Festnahmen bei Protesten in Tunesien

Wie das Innenministerium mitteilte, wurden mehr als 200 Menschen festgenommen.

Ein Ministeriumssprecher sagte lokalen Radiosendern, landesweit seien 49 Polizisten verletzt und 206 "Unruhestifter" festgenommen worden.

Die Proteste richten sich gegen steigende Lebenshaltungskosten und die Sparpolitik der Regierung. In einer Vorstadt von Tunis sei ein Supermarkt geplündert worden.

In der zweiten Nacht in Folge ist es in Tunesien zu Protesten und Ausschreitungen gekommen. Dort gingen hunderte junge Menschen auf die Straße. Sie bewarfen Sicherheitskräfte mit Steinen, diese reagierten mit dem Einsatz von Tränengas, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Ähnliche Szenen spielten sich auch in Kasserine und Sidi Bouzid im ärmlichen Zentrum des Landes ab. 2010 hatte in Tunesien der Arabische Frühling begonnen. Die wichtigste Oppositionspartei des nordafrikanischen Landes rief zu weiteren Protesten auf. Die Kundgebung verlief allerdings ohne Zwischenfälle. "Aber man kann sie als das Ergebnis von Hunger und Armut sehen, die seit Jahren in der tunesischen Bevölkerung herrschen". In mehreren Städten im ganzen Land waren Menschen auf die Strasse gegangen, um gegen Steuererhöhungen und Preissteigerungen zu protestieren.

Auf der tunesischen Insel Djerba wurde die jüdische Community zum Opfer eines Anschlags, schreibt haaretz.com.

Im Zuge der gewaltsamen Proteste gegen die Regierung wurde auch ein Brandanschlag auf eine jüdische Schule auf der Ferieninsel Djerba verübt. Verletzte gabe es dabei nicht, erklärt Perez Trabelsi von der jüdischen Gemeinde vor Ort. Zwar griffen die Proteste gegen die Regierung bislang nicht auf Djerba über, aber Insulaner berichteten, die Attentäter hätten offenkundig die geringere Polizeipräsenz ausgenutzt.

Die Proteste folgten auf die Beerdigung des Mannes, der am Montagabend bei den Zusammenstößen getötet worden war. Der Obduktionsbericht wurde bisher nicht veröffentlicht. Das Innenministerium bestritt, dass die Polizei den 45-Jährigen getötet hat.

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