Laut Verfassungsschutz: Reichsbürger planen Armee

Zahl sogenannter Reichsbürger steigt Bild AFP

Laut "Focus" gibt es innerhalb einer Gruppe bewaffneter "Reichsbürger" in Ostdeutschland die Absicht, eine eigene Armee zu gründen. Zudem sähen die Behörden mit Sorge, dass die Szene über eine große Zahl an legalen und illegalen Waffen verfügt.

Der Bundesverfassungsschutz hält die stark zersplitterte Szene für "eine staatsfeindliche Bewegung, deren Gefährdungspotenzial sichtlich gestiegen ist".

Sie haben Waffen und erkennen den Staat nicht an: Eine Gruppe sogenannter Reichsbürger will laut einem Bericht eine militärische Organisation aufbauen. Mehr als 1.000 "Reichsbürger" besäßen eine oder mehrere waffenrechtliche Erlaubnisse. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf die Verfassungsschutzämter der Länder berichtet, ist die Zahl der Reichsbürger und sogenannten Selbstverwalter binnen Jahresfrist um mehr als 50 Prozent gestiegen - auf nunmehr 15.600 im Januar 2018. Anfang 2017 gingen die Sicherheitsbehörden noch von rund 10.000 Reichsbürgern in Deutschland aus.

Allein in Bayern zählten die Behörden dem Bericht zufolge aktuell 3500 Reichsbürger und sogenannte Selbstverwalter. Im Oktober 2016 erschoss ein Anhänger der Reichsbürger in Bayern einen Polizisten. Das hätten Verfassungsschutzämter in Ostdeutschland beobachtet.

Demnach habe es ein konspiratives Treffen der Extremen gegeben. "Die bereiten sich eigenen Angaben zufolge auf den Tag X vor", zitiert der Focus einen ranghohen Sicherheitsbeamten.

Szene verfügt über viele WaffenDie deutschen Staatsschützer befürchten, die Idee einer "Reichsbürger-Armee" könnte bislang nicht vernetzte Einzelaktivisten und Kleinstgruppen mobilisieren, sich enger zusammenzuschließen und feste Strukturen aufzubauen, berichtet das Magazin.

Dass der Verfassungsschutz die Szene heute so viel größer einschätzt als noch vor einem Jahr, liegt einerseits daran, dass die Behörden heute nach eigenen Angaben schlicht mehr Informationen über sie haben.

Vor allem über das Internet verbreite sich ihre "politik- und staatsfeindliche Agitation". Die erste bekanntere Gruppierung, die "Kommissarische Reichsregierung", sei 1985 in West-Berlin gegründet worden.

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