Erster Ausbrecher stellt sich der Polizei

Vier Gefangene sind in dieser Woche durch einen aufgebrochenen Lüftungsschlitz in der Werkstatt der Justizvollzugsanstalt geflohen

Innerhalb weniger Tage sind neun Gefangene aus dem Berliner Gefängnis Plötzensee ausgebrochen. Das sind zwei mehr als bisher bekannt.

Neben den vier Ausbrechern waren fünf Freigänger aus dem offenen Vollzug entwichen. Am Montag kletterten zwei weitere Ausreißer aus dem Fenster einer Nachbarzelle. Noch drei Häftlinge sind auf der Flucht. Einer hat sich mittlerweile gestellt, einen weiteren nahm die Polizei fest. Ihm sei unbegreiflich, dass Gefangene ein Gitterfenster aufhebeln konnten, ohne dass jemand aufmerksam geworden wäre, wunderte sich etwa Kohlmeier. Einer der beiden Häftlinge stellte sich allerdings kurze Zeit später wieder. Dann flohen direkt nach dem Ausbruch sowie am Samstag und Sonntag je ein Häftling aus demselben Gefängnis. Danach war das Gitter notdürftig repariert worden. Warum die beiden Ersatzstrafler sowie die drei zuvor aus dem offenen Vollzug geflohenen Männer den Weg durchs Fenster nahmen, ist unklar. Einer von ihnen stellte sich am Dienstag mit seinem Anwalt. Josef A. war der mit der höchsten Haftstrafe unter den vier Flüchtigen. Mörder, Vergewaltiger und Serientäter sitzen in Berlin vor allem in der Justizvollzugsanstalt Tegel ein. Alle vier Häftlinge saßen wegen schwerer Körperverletzung, Diebstahls, Wohnungseinbruchs und Erschleichens von Leistungen in Haft. Er soll versucht haben, seiner Frau ein Auge auszustechen.

Am Dienstagmittag berichtete BILD noch über aktuell sechs Flüchtige aus der JVA Plötzensee aus Berlin.

In der JVA Plötzensee mit 360 Insassen herrscht eine mittlere Sicherheitsstufe. Plötzensee ist ein Gefängnis mit geringeren Sicherheitsstandards.

Die Ausbruchserie hat aber, anders als Behrendt vorgab, nicht nur mit dem offenen Vollzug zu tun. In der JVA verbüßt fast jeder dritte Gefangene eine Ersatzfreiheitsstrafe. Angesichts der Debatte um die Sicherheitspolitik der rot-rot-grünen Koalition und des Drucks auf Justizsenator Behrendt dürften die neuen Zahlen allerdings zu noch mehr Streit im Abgeordnetenhaus führen.

Ferner kündigte Behrendt an, dass ein privates Sicherheitsbüro aus Dresden die Anstalt in Plötzensee überprüfen werde. "Zudem habe ich heute eine Kommission aus internen und externen Sicherheitsexperten eingesetzt", sagte Behrendt, "um Schwachstellen zu analysieren und zu beseitigen". Weiterhin sei er bereit, jederzeit den Rechtsausschuss umfassend zu informieren. Insgesamt geht es jetzt um neun Männer, die entweder ausbrachen oder aus dem offenen Vollzug entwichen. 2017 waren es der Senatsverwaltung zufolge 42 Fälle, im Jahr zuvor 43 Fälle.

Nachdem binnen einer Woche mehrere Gefangene aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Plötzensee entkommen sind, schlagen die Wellen hoch. Wie konnten vier Männer in den Heizungsraum gelangen, der abgeschlossen sein sollte?

Trotz der Pannenserie der vergangenen Tage hat das offenbar keine Konsequenzen für die Gefängnisleitung.

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